Die Sage vom Zehentstadelberg

Im sechsten Teil der zehnteiligen Reihe “Sagen und Legen” geht es um die Sage vom Zehentstadelberg in Nankendorf. Der Text stammt aus dem Buch “Sagen, Legenden und Geschichten aus der Fränkischen Schweiz”, erschienen im Verlag Palm & Enke, Erlangen von Heinz Büttner.

Zuvor bedanke ich mich ausdrücklich für die freundliche Genehmigung bei Verlag und Autor für die Veröffentlichung.

Viele Sagen wurden erlauscht und nacherzählt, viele andere Legenden zusammengesucht aus der weit verstreuten und kaum verfügbaren Literatur, die teilweise bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurückreicht.

Der Zehntstadel stand bei der heutigen Schmiedsscheune und diente der Aufbewahrung der Zehntabgaben für Kirche und Pfarrer. Auf der Anhöhe daneben, also beim Schmiedshaus, soll einst vor vielen hundert Jahren der erste Pfarrhof gestanden sein. Später hieß der Platz „Pfarrlehensgut“.

Da das Wütende Heer immer geweihte Stellen umging, mied es den Kirchberg und den Auberg mit Kapelle. So kam es, dass es von der Neunerheid her über den Lochberg zum Schützengraben brauste.

Die Einwohner des Dorfes hatten große Angst vor den Wilden. Doch ein Pfarrer tröstete sie damit, dass er versprach, jederzeit vor einem solchen Spuk die kleine Glocke selber zu läuten, damit sich alles in Sicherheit bringen konnte. Dadurch war der Pfarrer als heilig verschrien. Diese Ansicht bekämpfte er aber zornig von der Kanzlei herab. Er habe nur einen treuen Mahner. Das war kein anderer als der Pfarrpöpl am Poppenberg hinter dem Haus. Als der Pfarrer wieder einmal seine Weisung erhalten hatte und er das Mahnglöcklein zog, verstummte das plötzlich, sodass kein Ton vom Turme kam. Dann erfüllte furchtbarer Lärm die Luft, ein Blitz zuckte vom Himmel, gerade auf das Pfarrhaus. Lichterloh brannte schon das Strohdach. Es war die Rache der Höllischen.

Aber die hatten nicht mit dem Pöpl gerechnet. Sofort hatte der seine Freunde ringsum alarmiert, und Wassergüsse von oben löschten die Flammen. Die Dörfler erzählten nachher, es habe nur so gewimmelt von schwarzen Gestalten über dem Haus.

Noch heute ist die Sage lebendig, dass das uralte einstige und nie mehr aufgebaute Pfarrhaus einem Brand zum Opfer gefallen ist.

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