Ein Radwegbau mit Folgen für Fliegenfischer

Dieser Beitrag stammt von unserem ehemaligen Gastautor Ralf Holzhäuser – In einem schönen Tal der Fränkischen Schweiz fließt die Wiesent lieblich von Nankendorf gen Gutenbiegen. Viele Generationen von Fliegenfischern kennen dieses Wasser, viele haben bei Gerhard Lerch oder Michael Sanna, hier an diesem Abschnitt, das Fliegenfischen erlernt. Es ist ein gemütlich fließendes Wasser mit einem guten Bestand an Bachforellen und einigen sehr schönen Äschen.

Hier wird der Fliegenfischer schnell eins mit dem Wasser, ganz wie Norman Mclean es in seinem Roman “Aus der Mitte entspringt ein Fluss” beschrieben hat. Selbst der Motorradsound an manchem Wochenende ging vergessen durch die Konzentration auf die Fliege und die Vorfreude auf manche starke Attacke der Bachforellen zur Maifliegenzeit.

Auch das Umfeld war für die ganze Familie sehr positiv; wir hatten in Nankendorf eine schöne Ferienwohnung und Familie Schwarz hat mir nicht nur einen Parkplatz freigehalten, sondern nahm am Familienleben teil und versorgte uns mit Eiern, Gemüse und Obst aus der eigenen Landwirtschaft. Sie freuten sich auch über den einen oder anderen Fisch, zumindest Herr Schwarz.

Hier der Bau des Radweges, mittlerweile mit einem Geländer, der alte Baum rechts im Bild wurde gefällt

Doch die Fränkische Schweiz ist nicht nur ein Paradies für uns Fliegenfischer, sondern der Tourismus wird zu einer immer wichtigeren Angelegenheit. Natürlich nicht nur für die Menschen vor Ort, sondern vor allem auch für den einen oder anderen Kommunal- oder Landespolitiker. Hier wird nicht nur Geld verdient, sondern auch mancher Euro an Strukturmaßnahmen wird vergeben.

Eine dieser Investitionen, mit rund 1,7 Millionen Euro, ist der neue Fahrradweg von Nankendorf nach Waischenfeld, der insbesondere durch seine mit deutscher Gründlichkeit umgesetzte Sicherungsmaßnahmen, mein Bild einer lieblichen Landschaftsgestaltung ins Wanken gebracht hat.

Nun mit einem Sicherungsgeländer...

Nun ist es ja eine Abwägung und viele finden den Fahrradweg toll, eine Erweiterung der Freizeitgestaltung und eine neue Touristenattraktion. Aber es ist auch das Ende meiner Freizeitgestaltung an diesem Streckenabschnitt der Wiesent, die mir viele genussvolle Stunden freudiger Fischerei gebracht hat.

Viele Fischerfreunde kannte man seit Jahren und mit Bernie verbindet mich seit Jahren eine Freundschaft, die ihren Anfang hier nahm, begründet auf vielen Stunden gemeinsamer Fischerei.

Ein Blick auf Nankendorf

Nach nunmehr 6 Jahren werde ich zum 01.01.2012 “mein Wasser” wechseln und berichte ab 2012 von einem anderen Teilstück der Wiesent, es handelt sich um den Streckenabschnitt zwischen Muggendorf und Streitberg im unteren Tal der Wiesent.

Zusammen mit meinen Fliegenfischerfreunden Bernie und Jörg werden wir das Wasser von Andreas Bugl (Hotel Goldner Stern) befischen.

Im Jahr 2009

Im Jahr 2011

Anmerkung: Dieser Beitrag ist nun der letzte von unserem Gastautor Ralf Holzhäuser. Er hat regelmäßig seit Mitte März 2010 auf nankendorf.de über seine Leidenschaft den Fliegenfischen bei uns an der Wiesent berichtet.

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4 Comments

  1. 05. Januar 2012 11:15

    Gratulation – schöner Bericht!

    Auch ich finde es sehr schade dass der deutsche (oder doch viel eher europäische?!) Regulierungswahn eine so monströse Sicherungsmaßnahme für eine so lächerliche Gefahrenquelle erforderlich macht.
    Wenn man sich am Zaun die hervorstehenden Kanten der Seilführung betrachte stellt sich einem zwangsläufig die Frage ob es nicht besser wäre mit dem Fahrrad im Bach zu landen.

  2. Bernhard
    16. Januar 2012 09:58

    Tja so kommt es eben,Der Alte Wanderweg an der andern flusseite wers gewesen aber wollte ja der Eigentümer nicht, aber seine Brücke darf der Bürger zahlen die hat ja die Stadt Nachträglich übernommen zu seinen Privatgrund !! ohne eine Gegenleistung wie gesagt wird, die Brücke ist ja seit Jahren baufällig ob die verwandtschaftlichen Beziehungen zum Stadtrat und Verwaltung da geholfen haben ??
    Fragen über Fragen ………………

  3. 17. Januar 2012 10:10

    Hallo Bernhard, vielen Dank für Ihren Kommentar. Denke auch dass es diese Möglichkeit gegeben hätte, den alten Wanderweg auszubauen. Zumal die Grundstücksübergabe vom Hörensagen bei der alten Holzbrücke wirklich ohne Gegenleistung stattfand. Eine weitere Strecke wäre gewesen, direkt an der Wiesent entlang, aber nicht auf der Straßenseite, sondern ohne der neuen Stahl-Brücke weiter auf der Innenseite Richtung Gutenbiegen-Mühle.

  4. Bernhard
    13. Juni 2012 08:10

    Mal wieder ein Gerücht zum Radweg ,

    ohne Radweg hätte Guten-biegen kein DSL ?? das würde heißen das die landschafts Verschandlung nur wegen Internet zugang gemacht wurde??

    die Stadt und Telekom hätte es so nicht verlegt weil zu teuer! wird gesagt ist das so Richtig ?

    Wenn das so stimmt sind ja einige Politiker an der Nase herumgeführt worden !

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