Fliegenfischen an der Wiesent im Jahr 1773 – letzter Teil

Dieser Beitrag stammt von unserem ehemaligen Gastautor Ralf Holzhäuser – Einen Literaturprofessor zu seinen fliegenfischenden Freunden zu zählen ist sicherlich sehr Interessant, zumal ich durch seinen Hinweis auf das historische Werk  „Allgemeine Abhandlungen von den Fischereyen und Geschichte der Fische“ aufmerksam wurde. Bei diesem Buch handelt es sich um die deutsche Übersetzung eines französischen Werkes.

Fortsetzung des Artikels:

Noch ist folgendes hierbey zu gedenken:

1) Die Angelruthe wird gemeiniglich 16 bis 18 Schuh lang genommen; welches sich aber nach der Breite der Flüsse, wo man angeln will, richtet. Je spitziger und zügiger sie ist, desto besser ist sie.

2) Der Hüpfer und Schleifer zusammengenommen, heißen die Zwiesel. Das längere Theil der Zwiesel ist der Schleifer, das kürzere der Hüpfer.

3) Wenn in die Zeit des Fischens mit dem großen Sprunge rauhes Wetter einfällt, so lassen sich die zu solcher Zeit fliegenden Schnaken nicht sehen, und es ist alsdenn auch mit der Fischerey kein großes Glück zu machen.

Fliegenfischen an der Wiesent im Jahr 1773

Fliegenfischen an der Wiesent im Jahr 1773

Erklärung der Figuren der XXIsten Kupfertafel.

Fig.

1. Ein Angeleisen zum kleinen Sprunge, bloß von der Seite.

2. Ein dergleichen, woran zu sehen, wie die pferdehärne Schnure gemacht wird.

3. Ein dergleichen von vorn.

4. Ein dergleichen mit den darum gewickelten Federn.

5. Ein Angeleisen zum großen Sprunge.

6. Dasselbe mit den Federn.

7. Das untere Stück der Angelschnure nebst den Eisen.

a, b, c die untere Hälfte, an derenbeyden Enden die Angeleisen befestigt sind.

b, d die obere Hälfte, (so nicht ganz auf das Blatt gegangen, welche bey b an die untere angeknüpfet ist, und mit d an die zwirnene Schnure angebunden wird.

Die mir zugleich überschickten Originalstücke von Angeln, Schnuren, Federn und angemachten künstlichen Insecten, geben die Sache aufs allerdeutlichste zu erkennen. Die Insecten sind den natürlichen so gut nachgemacht, als die engländischen, ohne diese Kunst von den Engländern erlernet zu haben. D.S.

Liebe Blog-Leser, vielleicht geht es Ihnen genau wie mir. Ich bin Daniel Gottfried Schreber sehr dankbar, dass er die Beobachtungen der Insekten und der Fischerei an der Wiesent niedergeschrieben hat. An mancher Stelle habe ich mich fast geärgert, dass ich diesen Bericht erst jetzt gefunden habe, denn insbesondere die Beschreibungen der Maifliegenzeit und der Muster gilt bis heute an. Sicherlich hat sich der Fischereistil geändert, aber eines bleibt, ohne Beobachtung der Natur ist es zur Maifliegenzeit nur sehr schwer möglich die scheuen Fische zu überlisten, oder mit den Worten von Daniel Gottfried Schreber:

ist alsdenn auch mit der Fischerey kein großes Glück zu machen.

Ich möchte mich bei den Lesern für die Geduld bedanken, aber so eine mehrteilige Arbeit benötigt etwas Zeit. Insbesondere Danke ich “dem fliegenfischenden Freund und Literaturprofessor” Prof. Dr. Frank Möbus für den Link zur Datenbank der Biodiversity Heritage Library. Suchen Sie dort einmal, es gibt zahlreiche Treffer rund um unsere Passion, dem Fliegenfischen.

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