St. Martinus Kirche
Die St. Martinus Kirche wurde 1746/48 wunderbar in die malerische landschaftliche Situation nach den Plänen von Michael Küchel durch den Waischenfelder Mauer- und Steinhauermeister Wenceslaus Schwesner eingegliedert und erbaut.
In der Waischenfelder Pfarrchronik findet sich ein Kostenvoranschlag von seiner Hand für die nach Erstellung des Rohbaues noch ausstehenden Arbeiten:
3500 Dachziegel zu decken und zu verstreichen… den Außenverputz anzubringen und zu weißen, die Gesimse, Ecklisenen, Türen und Fenster steinfarben zu streichen, die Gerüste abzunehmen, Gerüste im Langhaus und in der Sakristei einzurichten, Bögen zu machen für die Gewölbekonstruktion, die Bögen einzuschalen, zu wölben, die Bögen wieder ausschlagen, die Gewölbe glatt verputzen, ebenso die Seitenmauern, 1760 Schalensteine für die Belegung, die Fußmauern der drei Altäre aufführen, steinerne Stufen anbringen usw. Diese Maurer-, Steinhauer-, Tüncher- und Dachdeckerarbeiten werden auf 1076 Gulden veranschlagt.
Wie viele Kirchen in Nankendorf standen, kann heute nicht mehr mit Sicherheit gesagt werden. Man kann jedoch davon ausgehen, dass die heutige Kirche mindestens die dritte Nankendorfer Kirche ist. Noch bis in in die heutige Zeit, zählt die Nankendorfer Kirche in ihrer Art und Lage zu den schönsten in ganz Franken.
Die Kirchenglocken
Eine eigene Geschichte haben die Nankendorfer Kirchenglocken. Die kleine Totenglocke wurde von Christopf Glockengießer im 16. Jahrhundert geschaffen. Die beiden großen Glocken goss der Forchheimer Hans Kopp um 1630. Auf Befehl von Reichsmarschall Göring im Kriegsjahr 1940 wurden neben vielen anderen Glocken auch die beiden großen Kirchenglocken im März 1942 abgebaut und nach Hamburg transportiert. Sie sollten zur Waffenproduktion eingeschmolzen werden.
Nach Kriegende hatten etwa 14.000 Glocken die drohende Zerstörung überlebt. Hamburger Verwandte des damaligen Lehrers Hans Wendler fanden glücklicherweise die beiden Glocken wieder. Am 26. Juli 1948 wurden die Glocken aus Würzburg zurückgeholt. Dieser Tag war ein Festtag für die ganze Pfarrei. Hoch über der Ortschaft Nankendorf schwebend und mit kräftigen Klang tun sie heut noch ihren Dienst.
Renovierung
Anlässlich der 250-Jahrfeier am 11. Oktober 1998, wurde die St. Martinus Kirche im Jahr 1997 sowohl von innen als auch von außen renoviert. Es wurde unter anderem die Elektroinstallation, die Heizungstechnik, die Außenfassade und Malerarbeiten vollzogen. Auch wurden die Heiligenfiguren restauriert und der Boden neu versiegelt.



